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Bekanntmachung: 28.11.2023
Förderzeitraum: 2024-2027
Handlungsfelder: Bildungsgerechtigkeit und individuelle Potentiale
Ziele der Fördermaßnahme
Mithilfe von finanzieller Bildung kann unsere Gesellschaft wachsen und ihren Wohlstand nachhaltig sichern. Finanzielle Bildung ist die Grundvoraussetzung für kompetente ökonomische Teilhabe in modernen, marktwirtschaftlich verfassten Gesellschaften. Als wesentlicher Teil der Allgemeinbildung und ökonomischen Bildung leistet sie außerdem einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit und öffnet den Blick auf die Funktionsweise unseres Wirtschafts- und Finanzsystems. Gerade vor dem Hintergrund aktueller sozioökonomischer Entwicklungen kommt der finanziellen Bildung eine besondere Bedeutung zu: Der demografische Wandel und die gestiegene Notwendigkeit der privaten Vorsorge, die Erosion klassischer Erwerbsbiografien und multiple globale Krisen, die zu gesamtgesellschaftlich gestiegenen Unsicherheiten führen, erfordern von den Bürgerinnen und Bürgern fundiertes finanzielles Handlungswissen, um selbstbestimmte Entscheidungen treffen zu können. Ebenso trägt finanzielle Bildung dazu bei, auch vor dem Hintergrund einer zunehmenden Vielfalt und Ausdifferenzierung von Finanzdienstleistungen und -produkten, souverän zu agieren. Finanzielle Bildung trägt ebenso dazu bei, Hemmschwellen hinsichtlich einer kompetenten Teilhabe Aller am Finanzsystem abzubauen. Finanziell kompetente Personen sind insgesamt besser dazu in der Lage, finanzielle Herausforderungen zu bewältigen und abgewogene, langfristige Finanzentscheidungen zu treffen.
Übergeordnetes Ziel der Richtlinie ist es, die Forschungs- und Datengrundlage zur finanziellen Bildung in Deutschland zu verbessern und Forschungserkenntnisse zur Stärkung einer evidenzbasierten finanziellen Bildung zu generieren. Daraus sollen anwendungsorientierte Maßnahmen zur Förderung der finanziellen Bildung in allen Bildungsetappen abgeleitet werden. Auf diese Weise soll die finanzielle Bildung in Deutschland lebensphasenübergreifend verbessert werden.
Das Forschungsgebiet zur finanziellen Bildung ist interdisziplinär und weist das Potenzial auf, verschiedene wissenschaftliche Zugänge zu verbinden, zum Beispiel aus den Wirtschaftswissenschaften, den Bildungswissenschaften, der Psychologie, der Erziehungswissenschaft, der Soziologie oder der Wirtschaftspädagogik. Um finanzielle Kompetenz im Bildungsbereich erfolgreich auszubauen, braucht es darüber hinaus das Zusammenwirken von Akteurinnen und Akteuren aus der Forschung mit weiteren Akteurinnen und Akteuren, zum Beispiel aus der Bildungspraxis. Innovative Forschungsmethoden und -formate sollen Wissenschafts-Praxis-Kooperationen ermöglichen und so zu Finanzbildungsmaßnahmen beitragen, welche bestehende Zugänge zu finanzieller Bildung mit relevanten Disziplinen der Lehr-Lernforschung verknüpfen.

DLR-PT
Am 19. und 20. Februar 2026 führte das Bundesbildungsministerium einen Workshop für Nachwuchsforschende der finanziellen und ökonomischen Bildung mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation durch. Eine Bewerbung stand Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern in allen Phasen des Dissertationsverfahrens und der frühen Postdoc-phase offen. Das Gros der Teilnehmenden arbeitet in den Projekten des BMBFSFJ-Förderprogramms „Forschung zu finanzieller Bildung“. Die Veranstaltung fand statt in den Räumlichkeiten der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.
Anschließend an den Austausch über Zielsetzungen und Zielgruppen, Methoden und aktuelle Forschungsstände führte Dr. Hadjar Ghadiri-Mohajerzad (Deutsches Institut für Erwachsenenbildung) ein, in die Zusammenhänge von Bildungspraxis, -politik und -forschung sowie die Rolle der Forschenden. Michael Wingens von Wissenschaft in Dialog gab einen Überblick über Wissenschaftskommunikation und gesellschaftlichen Impact, erläuterte Kommunikationsstrategien und stellte Formate der Wissenschaftskommunikation vor. Aufbauend auf den Impulsen entwickelten die Teilnehmenden eigene Formate der Wissenschaftskommunikation und stellten diese zur Diskussion.
Zu den Projekten im Themenfinder
Metavorhaben Finanzielle Bildung (MetaFin)
Die Verbundkoordination liegt bei Prof. Dr. Carmela Aprea (Uni Mannheim), weitere Projektleitungen sind Prof. Dr. Tabea Bucher-Koenen (ZEW) und Prof. Dr. Dirk Loerwald (IÖB Oldenburg).
Die Website des Vorhabens ist hier zu finden: https://meta-fin.eu/
Kontaktdaten:
Professorin Dr. Carmela Aprea
Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik – Design und Evaluation instruktionaler Systeme
Fakultät für Betriebswirtschaftslehre | Universität Mannheim
Direktorin Mannheim Institute for Financial Education (MIFE)
L 4, 1 | 68161 Mannheim | Tel +49 621 181-2196 | Fax +49 621 181-2195
E-Mail: carmela.aprea@uni-mannheim.de
https://www.bwl.uni-mannheim.de/aprea/
https://www.uni-mannheim.de/mife/