BMBF-Fachtagung „Gute Bildung in der Einwanderungsgesellschaft“

Wie muss unser Bildungssystem weiterentwickelt werden, um der Realität unserer vielfältigen Einwanderungsgesellschaft gerecht zu werden und ihre viel zu oft ungenutzten Bildungspotenziale zur Entfaltung zu bringen?

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Dieser Frage widmete sich die Fachtagung „Gute Bildung in der Einwanderungsgesellschaft“ mit rund 250 Teilnehmenden am Dienstag, den 11.02.2025 in Berlin und über 130 Personen via Livestream. Die Veranstaltung stellte zugleich den Auftakt des vom BMBF geförderten ESF Plus-Programms „Integration durch Bildung“ dar.

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Dienstag, 11. Februar 2025

Programm „Fachtagung Gute Bildung in der Einwanderungsgesellschaft“

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Gute Bildung in der Einwanderungsgesellschaft – Chancen eröffnen, Potenziale erschließen

Bundesbildungsminister Cem Özdemir

„Gute Bildung ist nach wie vor zu oft Glückssache“ – so Bundesbildungsminister Cem Özdemir in seiner Rede anlässlich der Fachtagung. Damit Bildung in Deutschland weniger von Glück und Zufall bestimmt wird, brauchen wir Antworten auf die Frage: Wie muss das Bildungssystem, wie müssen Kitas und Schulen aber auch die berufliche Bildung gestaltet werden, um besser zu unserer heterogenen Gesellschaft und zur Vielfalt junger Leute zu passen? Notwendig sei hierfür ein Perspektivwechsel weg von den Defiziten hin zu den Potenzialen junger Menschen.

Rede von Bundesbildungsminister Cem Özdemir


Was für ein Bildungssystem braucht unsere Einwanderungsgesellschaft?

Bild der Veranstaltung

Gespräch zwischen Staatssekretär Stephan Ertner und Prof. Dr. Viola Georgi mit Moderatorin Prasanna Oommen

Gespräch zwischen Stephan Ertner, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung und Prof. Dr. Viola Georgi, Universität Hildesheim

Unsere Einwanderungsgesellschaft brauche ein positives Narrativ, damit sie aktiv gestaltet werden könne. Aktuell gelinge es noch nicht, Diversität positiv wahrzunehmen. Dabei brächten eingewanderte Kinder und Jugendliche wichtige Ressourcen mit wie beispielsweise Mehrsprachigkeit. Diese Ressourcen müssten im Bildungskontext noch mehr genutzt werden. Die Erschließung der Bildungspotenziale aller Menschen sei zentral für eine Gesellschaft, die auf Wohlstand und sozialem Frieden basiert und gerecht sein will. Wichtige Ansätze seien die Qualifizierung von pädagogischem Personal und multiprofessionelle Teams. Ein zentraler Faktor für den Lernerfolg der Kinder und Jugendlichen seien die Lehrkräfte und Schulleitungen.

Fachlicher Impuls Prof. Dr. Viola Georgi, Professorin für Diversity Education und Direktorin des Zentrums für Bildungsintegration, Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften an der Stiftung Universität Hildesheim

Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen: Das deutsche Schulsystem sei derzeit dysfunktional für unsere Migrationsgesellschaft. Ein Grund bestehe laut Georgi darin, dass es Kinder bereits früh nach Leistung und sozialer Herkunft trenne und somit keine gleichen Bildungschancen bestünden. Zudem gebe es zu viele Kinder mit einem zu geringen schulischen Wohlbefinden, wie aktuelle Auswertungen zeigten. Notwendig sei zum einen eine lösungsorientierte Schulstrukturdebatte, zum anderen das fortgesetzte und flächendeckende Engagement für Antidiskriminierung im schulischen Bereich und die Anerkennung von Diversität.

Fachlicher Impuls von Frau Prof. Dr. Viola Georgi

Migration und Arbeitsmarkt im demografischen Wandel: Potenziale und Herausforderungen

Wissenschaftliche Keynote Prof. Dr. Herbert Brücker, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit; Humboldt-Universität zu Berlin

Der demografische Wandel habe massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und es sei eine volkswirtschaftliche Notwendigkeit, diesem zu begegnen. Berechnungen zeigten, dass der notwendige jährliche Wanderungssaldo im mittleren sechsstelligen Bereich liege. Ausreichend hohe Migrationsraten und gelungene Integration seien volkswirtschaftlich absolut notwendig.

Präsentation Brücker, IAB; Humboldt-Universität Berlin

Wissenschaftliche Keynote von Herrn Prof. Dr. Herbert Brücker

Noch immer zu wenig erschlossen? – (Bildungs-)Potenziale von Menschen mit Migrationsgeschichte

Podiumsdiskussion
Dr. Elisabeth Beloe vom Bundesverband Netzwerke von Migrant*innenorganisationen e. V., Dr. Johanna Börsch-Supan, Abteilungsleiterin für Allgemeine und berufliche Bildung im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Prof. Havva Engin, Pädagogische Hochschule Heidelberg und Mitglied des Sachverständigenrates für Integration und Migration, Suat Yilmaz, Referatsleiter „Kommunales Integrationsmanagement“, Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Bildungsbenachteiligung sei das Ergebnis sozialer Prozesse. Es sei an der Zeit, diese Prozesse auf allen Ebenen zu verändern und Bildung anders zu organisieren. Gerechte Bildung und somit auch Zugang zu Bildung für alle sollte selbstverständlich sein. Rassismus und Diskriminierung dürften keinen Platz im Alltag der Bildungsinstitutionen haben. Es müsse durchgehend anerkannt werden, dass wir ein Einwanderungsland seien, dass wir Einwanderung für das gesellschaftliche Überleben bräuchten. Der Fokus der Debatte solle deshalb auf der Frage liegen, wie eine heterogene Gesellschaft funktionieren könne – diese Perspektive bringe uns ins Handeln und gibt uns Gestaltungräume. Das Bildungswesen und die Bildungserfahrungen aller jungen Menschen könnten von dem Perspektivwechsel weg von den Defiziten hin zu den Potenzialen nur profitieren.

Podiumsdiskussion zum Thema (Bildungs-)Potenziale von Menschen mit Migrationsgeschichte

Fachforen

I: Entwicklung von Bildungseinrichtungen – wie entstehen diversitätssensible und rassismuskritische Institutionen?

II: Fach- und Arbeitskräftezuwanderung – wann wird das Bildungssystem zum Pull-Faktor?

III: Potenzialorientierung und Umgang mit Vielfalt – welche Kompetenzen brauchen pädagogische Fachkräfte in der Einwanderungsgesellschaft?

IV: Von Elternarbeit bis Bildungspartnerschaften – wie gelingt die Verankerung von Bildungseinrichtungen im Sozialraum?

V: Übergänge zwischen Bildungsphasen – wie werden sie zu Schlüsselmomenten für erfolgreiche Bildungsteilhabe?

VI: Zuwanderung im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter – wie gelingt der Quereinstieg ins Bildungssystem?

VII: Sprachliche Bildung – wie lassen sich Mehrsprachigkeit und Deutsch als Bildungssprache zusammendenken?

VIII: Konflikte in der Einwanderungsgesellschaft – welche Aufgaben stellen sich für die Demokratiebildung?

ESF Plus-Programm „Integration durch Bildung“

Allgemeines zum ESF Plus-Programm „Integration durch Bildung“

Allgemeine Informationen zum ESF Plus-Programm „Integration durch Bildung“ finden sie hier.

Informationen zu einzelnen Projekten

Informationen zu den einzelnen Projekten finden Sie im Themenfinder des BMBF Rahmenprogramms empirische Bildungsforschung.

 Impressionen der Fachtagung

Veranstaltungsbild

Rund 380 Teilnehmende besuchten die Fachtagung „Gute Bildung in der Einwanderungsgesellschaft“ vor Ort in Berlin und digital im Livestream.

BMBF/bundesfoto/Bernd Lammel

Veranstaltungsbild

Stephan Ertner, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung und Prof. Dr. Viola Georgi, Universität Hildesheim im Gespräch zur Frage: Was für ein Bildungssystem braucht unsere Einwanderungsgesellschaft? Moderiert wurde das Gespräch von Prasanna Oommen.

BMBF/bundesfoto/Bernd Lammel

Veranstaltungsbild

Prof. Dr. Viola Georgi, Universität Hildesheim.

BMBF/bundesfoto/Bernd Lammel

Veranstaltungsbild

Rege Diskussionen in der Fishbowl in Fachforum 1: Entwicklung von Bildungseinrichtungen – wie entstehen diversitätssensible und rassismuskritische Institutionen?

BMBF/bundesfoto/Bernd Lammel

Veranstaltungsbild

Impuls von Hussein Kerri, Handwerkskammer Oldenburg, in Fachforum 2: Fach- und Arbeitskräftezuwanderung – wann wird das Bildungssystem zum Pull-Faktor?

BMBF/bundesfoto/Bernd Lammel

Veranstaltungsbild

Impuls von Petra Wagner, Institut Kinderwelten für diskriminierungskritische Bildung e. V., in Fachforum 3: Potenzialorientierung und Umgang mit Vielfalt – welche Kompetenzen brauchen pädagogische Fachkräfte in der Einwanderungsgesellschaft?

BMBF/bundesfoto/Bernd Lammel

Porträt

Impuls von Prof. Dr. Birgit Reißig, Deutsches Jugendinstitut e. V, in Fachforum 5: Übergänge zwischen Bildungsphasen – wie werden sie zu Schlüsselmomenten für erfolgreiche Bildungsteilhabe?

BMBF/bundesfoto/Bernd Lammel

Veranstaltungsbild

Teilnehmende insbesondere aus Bildungsforschung, -administration und -praxis sowie Akteurinnen und Akteure aus der diversitäts-, integrations- und gleichstellungsbezogenen Fachcommunity folgen Fachforum 7: VII: Sprachliche Bildung – wie lassen sich Mehrsprachigkeit und Deutsch als Bildungssprache zusammendenken?

BMBF/bundesfoto/Bernd Lammel

Veranstaltungsbild

Rege Diskussionen in der Fishbowl in Fachforum 8: Konflikte in der Einwanderungsgesellschaft – welche Aufgaben stellen sich für die Demokratiebildung?

BMBF/bundesfoto/Bernd Lammel

Veranstaltungsbild

Cem Özdemir, Bundesminister für Bildung und Forschung, bei seiner Rede zu guter Bildung in der Einwanderungsgesellschaft – Chancen eröffnen, Potenziale erschließen.

BMBF/bundesfoto/Bernd Lammel

Veranstaltungsbild

Moderatorin Prasanna Oommen im Interview mit Prof. Dr. Dr. h.c. Annette Scheunpflug Otto-Friedrich-Universität Bamberg und Prof. Dr. Elke Völmicke, Bildung & Begabung gGmbH, zum ESF Plus-Programm „Integration durch Bildung“.

BMBF/bundesfoto/Bernd Lammel

Veranstaltungsbild

Prof. Dr. Herbert Brücker, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit sowie Humboldt-Universität zu Berlin, bei seiner Keynote zum Thema Migration und Arbeitsmarkt im demografischen Wandel: Potenziale und Herausforderungen.

BMBF/bundesfoto/Bernd Lammel

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Teilnehmende im Plenum

BMBF/bundesfoto/Bernd Lammel